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Durch Aktivitäten in der Kreation und Verbreitung von Kunstwerken werden beträchtliche wirtschaftliche Effekte wie z.B. Beschäftigung, Einkommen, Investitionen und Steueraufkommen ausgelöst.
Musik und Wirtschaft In unserem Kulturraum haben künstlerische Kreativität, berufliche und private künstlerische Betätigung sowie Unternehmen und Institutionen, die Kunstwerke aufführen oder Kunsterziehung und Ausbildung betreiben, einen hohen Stellenwert.
„Die Kunst lebt nicht vom Brot allein“ ist ein alter Ausspruch, der bereits auf den direkten Zusammenhang zwischen Kunst und Wirtschaft hinweist: Die Ausübung der Kunst erfordert wirtschaftliche Grundlagen und entsprechende Rahmenbedingungen, ohne die kreative Leistungen bzw. die Verbreitung dieser Leistungen zum Teil nicht möglich sind.
Laut der Studie "Die Musikwirtschaft Österreichs - Strukturen, Chancen und wirtschaftliche Bedeutung“ von Univ.- Prof. Dkfm. Dr. Fritz Scheuch erwirtschaftete die österreichische Musikwirtschaft in den erfassten Erhebungsbereichen insgesamt eine Wertschöpfung von 2,175 Milliarden Euro (Erhebungsjahr 1998).
Dies entspricht einem Anteil von 1,25% am (mehrwertsteuerbereinigten) Bruttoinlandsprodukt. In der Musikwirtschaft waren im Erhebungsjahr 42.537 Personen beschäftigt.
Mit diesen Zahlen ist der Bereich Musikwirtschaft aus gesamtwirtschaftlicher Sicht unter Berücksichtigung von Beschäftigung und Wertschöpfung bedeutender als z.B. die Textilwirtschaft, die Papierindustrie, die chemische Industrie, die Kunststoffindustrie und die Produktion von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeugteilen in Österreich. Aber auch im Vergleich zu bedeutenden Dienstleistungssektoren zeigt sich, dass die Musikwirtschaft hinsichtlich Wertschöpfung z.B. den Bereichen Hotels, Gasthöfe und Pensionen gleichwertig ist. Musik ist also nicht nur ein Kulturfaktor, Musik ist auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
Beiträge zur Wertschöpfung: Unterschiede in der MusikwirtschaftBeim Vergleich der relativen Wertschöpfungsbeiträge innerhalb der Musikwirtschaft zeigt sich die überragende Bedeutung leistungsfähiger Vertriebssysteme. Im direkten Vergleich zwischen Produktion und Vertrieb werden 78% der Wertschöpfung im Vertrieb und 22% in der Produktion erwirtschaftet.
Zur Produktion zählen Musikautoren,ausübende Künstler, Tonstudios, Musikproduzenten, Tonträgerindustrie, Musikverlage und Agenturen. Zum Vertrieb werden Bühne und Aufführung, Tonträgerhandel, Online-Vertrieb und Presswerke, anteiliger Handel mit Geräten der Unterhaltungselektronik, Rundfunk und TV, anteilige Filmproduktion und -aufführung und Verwertungsgesellschaften gezählt.
Wirtschaftspolitisch gesehen sind allerdings Kreation und Produktion in der Wertekette der Musikwirtschaft die zentralen Auslöser für alle weiteren wirtschaftlichen Effekte. Inhaltlich, insbesondere hinsichtlich des Anteils an populärer Musik, werden dabei auch die Weichen für das daraus resultierende nationale und internationale Geschäftsvolumen gestellt.
Werden in diesen Vergleich auch die Bereiche Ausbildung und Musikinstrumentenherstellung und -handel einbezogen, ergibt sich hinsichtlich der Wertschöpfung ein Anteil von 16% für Musikkreation und Produktion, 57% für Distribution, 20% für Ausbildung und 7% für Musikinstrumente. In diesem Vergleich ist mit 20% insbesondere die relative Größe des Tätigkeitsfeldes Ausbildung sichtbar,das auch 31% der Beschäftigten aufweist. In der Produktion sind 36%, in der Distribution 27% und im Bereich Musikinstrumente 6% der Beschäftigten tätig.
Film und Wirtschaft
Filmemachen ist eines der größten und sichersten Geschäfte, die ich kenne. Aber nur für das Finanzamt.
Carlo Ponti, italienischer Filmproduzent
Wenn man über "Film" spricht, denken die meisten Menschen zuerst an einen "großen Kinofilm" – und dabei meistens an den aktuellen Blockbuster aus den USA. Daneben wird oft übersehen, dass es nicht nur eine florierende europäische Filmindustrie gibt sondern eine bei Cineasten (Filminteressierten) hoch anerkannte österreichische Filmindustrie.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich vorwiegend auf den fiktionalen und dokumentarischen Kino- und Fernsehfilm, da diese in historischer und ästhetischer Hinsicht das Leitmedium bilden.
Die Film- und Fernsehwirtschaft ist weltweit eine Branche mit hoher Wertschöpfung und qualifizierten Arbeitsplätzen. In diesem Bereich werden EU-weit Wachstumsraten um die 20% prognostiziert, die also weit über denen in anderen Branchen liegen.
In Österreich fallen fast Dreiviertel der Jahresproduktionen auf das Fernsehen. Die Herstellung von Spielfilmen und Dokumentarfilmen für den Kinoeinsatz macht hingegen nur etwas über 10% der jährlichen Produktion aus. Das Bedeutet im Jahresschnitt der letzten 10 Jahre nicht mehr als 15-20 Kino-Langfilme pro Jahr.
Staatliche Filmförderung
Hollywood ist ein Ort, wo man mehr Geld ausgibt als man verdient, für Dinge, die man nicht braucht, um Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.
Ken Murray, Schauspieler ("Der Mann, der Liberty Valance erschoß")
Mitte der 50er-Jahre entstand – ausgehend von Italien, Frankreich und Großbritannien – in vielen Ländern Europas die staatliche Filmförderung. Das Ziel dieser Initiative war, dem Eindringen amerikanischer Filme auf europäischen Märkten entgegenzuwirken. Ohne Filmförderung gäbe es keinen europäischen Spielfilm.
Dabei spielten neben wirtschaftlichen auch kulturelle Motive eine Rolle. Das Medium Film wurde und wird als Mittel künstlerischen Ausdrucks, kultureller Bildung und sozialer Kommunikation beurteilt. Film ist dazu geeignet, „nationale Kultur“ im Ausland zu repräsentieren.
Mit der staatlichen Filmförderung erkennt der Staat die wirtschaftliche, industrielle und kulturelle Bedeutung des Films als eine im öffentlichen Interesse liegende Kunstform an. In Österreich besteht seit 1981 eine kontinuierliche Förderung auf der Grundlage des Filmförderungsgesetzes. Obwohl sich die österreichische Filmförderung im EU-Vergleich eher gering ausnimmt, ist es der österreichischen Filmwirtschaft gelungen, eine Filmsprache zu entwickeln, die auch international Anerkennung findet. Von Cineasten und bei Festivals wird diese Entwicklung als „österreichisches Filmwunder“ bezeichnet.
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