Musikredakteur 

Ob Radiosender, auf Musik spezialisierte Fernsehsender wie MTV und GoTV, ob spezielle Formate der allgemeinen TV-Sender, ob Tageszeitungen, Zeitschriften oder das Internet – Musikjournalisten, Musikredakteure, Moderatoren und Programmdirektoren finden vielfältige Einsatzbereiche. Repertoirekenntnisse, musikgeschichtliches Wissen, Kenntnis der Musikszene und eine ordentliche Portion Neugier sind die Grundlage, journalistische Fähigkeiten sind das Handwerkszeug.

Der Musikgeschmack und das Interesse für eine bestimmte Musikrichtung des Publikums
oder der Leserschaft unterscheiden sich stark – abhängig von Generation und Alter. Ein
Musikredakteur eines Radiosenders kennt seine Zielgruppe und stellt ein für diese Zielgruppe maßgeschneidertes Musikprogramm zusammen. In modernen Redaktionen ist
die Bandbreite der Programme meist klar von den Sendern und Programmdirektoren
vorgegeben. Die Auswahl der gespielten Titel erfolgt in vielen Fällen bereits über Computerprogramme und lässt den Redakteuren nur mehr eingeschränkten Spielraum.
Der Alltag eines Musikjournalisten erfordert viel Flexibilität und Reisefreudigkeit. Um
den Stoff für seine Beiträge zu sammeln, ist er immer gut über kommende Konzerte
und Events informiert und vereinbart vorab – meist organisiert von den Plattenfirmen
– Interviews mit den Künstlern. Häufig reist er dafür ins Ausland, um die Künstler schon
im Laufe ihrer Tournee zu treffen, bevor sie nach Österreich kommen. Dort besucht er
meistens ein Konzert, um sich einen Eindruck vom Auftritt der Künstler zu verschaffen.
Die Interviews bereitet der Journalist vor, indem er recherchiert und sich einen Fragenkatalog zusammenstellt. Der Rest ist Redaktionsarbeit: Beschaffung von geeignetem Bildmaterial, Internetrecherchen über Tratsch- und Klatschgeschichten, Texte schreiben, Zeitpläne einhalten. Dazu kommen Berge von Promotion-CDs, die angehört werden müssen, um über Neuerscheinungen berichten zu können. Radiojournalisten nehmen ihre Interviews auf und bearbeiten sie danach im Studio, um einen Beitrag oder
eine ganze Sendung zu gestalten.

Journalisten sind immer auf Informationen aus erster Hand angewiesen und bauen sich deshalb gezielt ein Kontakt-Netzwerk auf. Dies erfordert eine ständige Präsenz bei Veranstaltungen, wie CD-Präsentationen, Parties und Konzerten.

Franziska Trost, Musikredaktion Kronen Zeitung:
„Schreiben muss man natürlich können – das zeigt sich ja schon in der Schule. Ansonsten muss man von Natur aus neugierig sein, ein Faible für Musik haben und sich gerne in der Szene bewegen. Ich bin viel unterwegs, aber ich bin auch sehr froh, dass ich keinen ganz normalen Arbeitstag habe. Es ist sehr spannend.“