Kameramann  


Kameraleute sind bei Kino- und Fernseh-Filmaufnahmen für das Bild verantwortlich. Da Film ein Medium ist, bei dem Geschichten „in Bildern erzählt“ werden, kommt den Kameraleuten im Rahmen eines Filmprojektes entsprechend große Bedeutung zu: sie sind die Autoren der Bilder.

Kameraleute sind bei Spielfilmaufnahmen für die Bildkomposition (Perspektive,
Bildausschnitt), die Kameraführung sowie für die Einleuchtung des Sets verantwortlich. In die Entscheidungsgewalt der Kameraleute fällt die Festlegung der bildkompositorischen Elemente: Kameraposition und -höhe (Unter- oder Obersicht, Größe oder Kleinheit), Kamerabewegung (Dolly, Kran, Handkamera), Objektivwahl (z.B. Tele- oder Weitwinkel), Tiefenschärfe. Durch den kreativen Einsatz von Licht und Schatten, Front-, Seiten-, Gegen-, hartem oder weichem Licht ergeben sich vielfältige ästhetische Gestaltungsmöglichkeiten. Vor allem im modernen Action-Kino kommt mehr und mehr auch die Aufnahme von Modellen, Trickaufnahmen oder digitale Bildbearbeitung zum Aufgabenbereich der Kameraleute insofern hinzu, als der bildgestaltend verantwortliche Kameramann an diesem Prozess beteiligt ist. Neben dem Spielfilmbereich sind Kameraleute natürlich auch für Dokumentarfilme, Dokumentationen oder für Fernseh- und Videoproduktionen jeder Art sowie im Bereich der aktuellen Berichterstattung tätig.

Generelle Voraussetzungen sind ein gutes Wahrnehmungsvermögen, kulturhistorische
Bildung, physische und psychische Belastbarkeit, technisches Verständnis, Teamfähigkeit und vor allem ein ausgeprägtes künstlerisches Gefühl für Bild und Licht. Kameraleute müssen die Fähigkeit besitzen, eine Szene aus dem Drehbuch in einen Ablauf einzelner Einstellungen und Kamerabewegungen aufzuteilen.