Filesharing

Christina StürmerChristina Stürmer
Foto: Universal Music Austria

„Filesharing“ ist der verwendete Begriff für den Vorgang, Dateien über das Internet zum Kopieren und zum Herunterladen anzubieten. Nach diesem Prinzip funktionieren „Tauschbörsen“ im Internet.

"Wenn keine CDs verkauft werden, wird bald niemand mehr die Produktionskosten übernehmen, dann gibt´s keine neue Musik mehr – und das wäre schade. Illegaler Download ist Diebstahl!"

Christina Stürmer


Wie Tauschbörsen funktionieren


Schnellere Internetverbindungen und Übertragungsgeschwindigkeiten sowie die geringe Datenmenge erleichtern das massenhafte „Tauschen “ mit – oftmals illegalen – Musikstücken und Filmen. Das Problem: Die meisten Programme besitzen keine Inhalts- bzw. Copyright-Kontrollen. Somit tauschen Nutzer mehrheitlich geschützte Inhalte unter Verletzung des „geistigen Eigentums“ aus.

Das Funktionsprinzip von Tauschbörsen ist P2P. Jede Tauschbörse funktioniert etwas anders, aber grundsätzlich besucht ein potenzieller Nutzer eine Internetseite und lädt sich die P2P-Software auf seinen Computer. Diese erstellt einen Ordner, meist mit dem Namen „shared media“,auf den andere Nutzer zugreifen können. So besteht nun die Möglichkeit, Musik, Filme, Fotos, etc. direkt zwischen dem eigenen und fremden Computern auszutauschen.

Das "Tauschbörsen"-Problem: "Gratis"- Mentalität im Netz


Das Internet und die neuen Technologien haben den Musikkonsum und die Distribution nachhaltig beeinflusst, positiv wie negativ. Einerseits steigt die Nutzung von legalen Online-Shops, andererseits gibt es weiterhin illegale Gratis-Tauschbörsen.

Die Philosophie des Internets beruht grundsätzlich auf der Idee der freien Meinungsäußerung und des freien Zugangs. Dieser Demokratiegedanke ist erstrebenswert, das Zusammenleben von Menschen erfordert jedoch gewisse Spielregeln. Der Begriff „tauschen“ wird im Internet leider nicht von allen Nutzern gleich verstanden.

„Tauschen“ bedeutet eigentlich, dass ich Dinge, die mir gehören, jemandem anbiete und dafür etwas Gleichwertiges bekomme, das demjenigen gehört. Das Problem bei illegalen Musik- und Filmtauschbörsen ist nun, dass diese Filme und Musikstücke zugunsten der Urheber geschützt sind und deren „geistiges Eigentum“ dabei verletzt wird. Ich „handle“ also mit etwas, das mir nicht gehört.

„Warum soll ich mir ein Lied oder einen Film kaufen, wenn ich sie gratis im Internet bekommen kann? Shakira, Robbie Williams, Tom Cruise oder Cameron Diaz werden sicher nicht arm, wenn sie zwanzig Euro weniger verdienen.“ Ja, vielleicht. Denken aber mehrere Millionen Musikhörer und Filmkonsumenten so, ergibt das gleich andere Dimensionen. Spitzenverdiener, wie eben Robbie Williams oder Tom Cruise, sind im Musik-und Film-Business eher die Ausnahme. Für die meisten Musiker sind Tantiemen ihre Existenzsicherung, für Filmemacher die Verkaufserlöse. Musik-und Filmpiraterie ist eine ernste Sache! Sie klingt wie eine unschuldige Spielerei: Ich surfe im Internet und lade mir ein paar Lieder und Filme illegal und ohne zu bezahlen herunter. Gratis-Selbstbedienung im Cyberspace. Im Grunde ist diese „Spielerei“ aber nichts anderes, als sich im Geschäft ein paar CDs oder DVDs in die Manteltasche zu stecken und ohne zu bezahlen an der Kassa vorbeizulaufen. Das wäre Diebstahl. Das Eigentum an einem Sachgut wird auch allgemein als Selbstverständlichkeit anerkannt. Aber auch „Geistiges Eigentum“ ist geschütztes Eigentum, und wer es missachtet, begeht eine Form von Diebstahl!

Fakt ist: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Urheberrechte sind im Internet genauso zu respektieren wie in der Offline-Welt, denn die kreative Arbeit der Künstler bleibt dieselbe. Die Gratis-Selbstbedienung im Internet erweckt den Eindruck, Musik und Film wären nicht mehr viel wert. Das Gegenteil ist aber der Fall! Ideen sind etwas wert. Für Musik und Spielfilme zu bezahlen, bedeutet nicht nur, einen Materialwert abzugelten, z.B. die Produktion der CD oder DVD, des Albumcovers, das Marketing, den Vertrieb, etc. Es geht vor allem auch um den kreativen Mehrwert, um die Idee, das Design, die  Emotionen und mehr. Für einen Künstler oder für einen in einem anderen Musik- und Filmberuf Erwerbstätigen ist es nahezu unmöglich, gegen illegale Gratis-Angebote zu bestehen und seinen Lebensunterhalt zu finanzieren.

Am Ende des Tages dreht sich die Diskussion zu illegalen Gratis-Downloads um die grundlegende Frage, wer darüber entscheiden soll, was mit einer Musikaufnahme oder einem Spielfilm passiert. Derjenige, der seine Zeit und Kreativität investiert, also der Künstler und derjenige, der sein Geld in die Produktion und Vermarktung der Aufnahme investiert, also das Label und die Filmproduktionen. Oder jemand, der weder Zeit noch Geld in die Werkerstellung investiert und mit dem fertigen Produkt Geschäfte welcher Art auch immer macht, so wie es illegale Tauschbörsen tun?

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FAQ - Urheberrecht

In unserer Rubrik "FAQ - Urheberrecht" finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Urheberrecht. Falls Sie eine Frage haben, die wir in die Liste aufnehmen sollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
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Rechtliche Grundlagen

Wie Musik, Filme, Texte, Photographien und andere künstlerische Werke geschützt sind, wird in diesem Kapitel behandelt. Das Geistige Eigentum schützt die vermögens- und die persönlichkeitsrechtlichen Interessen der Kreativen.