Drehbuchautor für Film und Fernsehen  


Beim Drehbuch handelt es sich um eine erste Filmfassung. Ein Drehbuch zu verfassen bedeutet mehr als schreiben; es bedeutet sehen, hören, schneiden und vieles mehr. Der idealtypische Drehbuchautor ist Universalist, denn er hat eine äußerst komplexe Welt in komplexer künstlerischer Form darzustellen. Er muss vieles wissen – vor allem, wo er das erfahren kann, was er nicht weiß. 

Ein Drehbuch enthält Szenenbeschreibungen und Dialoge. Sie dienen als Grundlage für die Verfilmung. Erst danach beginnen Produzenten, Regisseure, Kameraleute, Schauspieler, Cutter und alle anderen Filmschaffenden zu arbeiten.

Drehbuchschreiben ist erlernbar. Voraussetzung ist die Fähigkeit zu formulieren, die Fähigkeit, eine Geschichte in spannender Form zu erzählen. Die größte Herausforderung für den Drehbuchautor ist es jedoch, für alle nicht sichtbaren Gefühle, Gedanken, Stimmungen seiner Figuren sichtbare oder hörbare, das heißt sinnlich wahrnehmbare Äquivalente zu schaffen. Beim Drehbuchschreiben kann man viel weniger „erfinden“, als mancher denkt. Man muss – will man Filmgeschichten erzählen – vor allem aus dem Reservoir eigener Erfahrungen schöpfen; deshalb ist es durchaus kein Nachteil, wenn jemand nicht sofort nach der Matura mit einer Drehbuchausbildung beginnt. Eine weitere unabdingbare Voraussetzung für diesen Beruf ist die Fähigkeit des Beobachtens, die Fähigkeit des Zuhörens.

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann das übrige Rüstzeug des Drehbuchschreibens erlernen: Beispielsweise auf welche Art man den Spannungsbogen aufbaut oder wie man dem Publikum verschiedene Identifikationsmöglichkeiten anbietet. Man kann – bis zu einem gewissen Grad – lernen, wie man Personen, wie man Charaktere zeichnet, ohne dass sie wie eindimensionale Abziehbilder wirken. Definiert jemand Film als Kunst, dann wird er den Beruf als Drehbuchautor in Österreich kaum als Hauptberuf ausüben können.