FAQ - Urheberrecht


In unserer Rubrik "FAQ - Urheberrecht" finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Urheberrecht. Falls Sie eine Frage haben, die wir in die Liste aufnehmen sollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Wir freuen uns über Ihre Anregungen!

Wie kann ich mein Werk schützen lassen?
Bereits mit ihrem Entstehen, also mit dem Akt der Schaffung (Realakt), sind Werke als
Geistiges Eigentum durch das Urheberrechtsgesetz geschützt. Ein Formalakt zur Registrierung ist nicht notwendig.

Wer hat Rechte an einem Musikstück?
An Musik haben Komponisten, Textautoren, ausübende Künstler (z.B. Musiker, Sänger,
Orchester) und Tonträgerhersteller (Labels) Urheber- bzw. Leistungsschutzrechte. Für
die Nutzung von Musik (z.B. Vervielfältigung, Verbreitung, online Anbieten im Internet)
ist die Zustimmung aller dieser Berechtigten notwendig.

Wenn ich selbst mein eigenes komponiertes Lied vorführe und dafür vom Veranstalter eine Gage erhalte, bekomme ich dann für die öffentliche Aufführung Tantiemen?
Ja. Einerseits erhält der Interpret für seine Tätigkeit des Musizierens eine Gage, andererseits stehen dem Interpreten als Urheber für die öffentliche Aufführung seiner Kompositionen Tantiemen zu. Ist der Urheber Mitglied einer Verwertungsgesellschaft (in Österreich ist in diesem Fall die AKM zuständig), so übernimmt diese die Vereinbarung mit dem Veranstalter.

Woher weiß ich überhaupt, ob ein Musikstück geschützt ist?
Grundsätzlich ist jedes Musikstück und jede Musikaufnahme urheberrechtlich geschützt, sofern es sich dabei um eine eigentümliche geistige Schöpfung handelt. Die Schutzfrist für Musikaufnahmen beträgt in Österreich für Interpreten und Tonträgerproduzenten 50 Jahre. Diese Frist beginnt bei Interpreten mit der Aufführung (oder Veröffentlichung, falls diese vor Ablauf der 50 Jahre stattfindet) zu laufen, bei Tonträgerherstellern mit der Aufnahme (oder Veröffentlichung). Für Urheber von Texten und Kompositionen beträgt die Schutzfrist 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Oft findet man auf CDs Copyright-Vermerke (wie z.B. ©) oder ähnliches. Das Copyright besteht aber auch ohne diese Hinweise.

Wann ist Musik im Internet illegal?
Wenn die Rechteinhaber dem nicht zugestimmt haben. D.h. urheberrechtlich geschützte Werke dürfen ohne Zustimmung der Rechteinhaber nicht öffentlich angeboten, verkauft, gesendet oder anders verwertet werden. Das gilt auch für das Internet.

Ist es auch illegal, wenn ich Musik anbiete oder verbreite, ohne Geld dafür zu nehmen?
Hier muss differenziert werden. Erwirbt etwa jemand auf legale Weise eine CD in einem Geschäft, ist der Käufer durchaus berechtigt, die CD weiterzuverkaufen oder zu verschenken. Dies ist möglich auf Grund des sogenannten Erschöpfungsgrundsatzes (§16 Abs 3 UrhG). Dieser besagt, dass das Verbreitungsrecht an einem Werkstück erlischt, sofern es mit Zustimmung des Berechtigten im Wege der Eigentumsübertragung verbreitet (veräußert) worden ist. Betroffen von der Erschöpfung ist nur das konkrete Werkexemplar, nicht das Werk an sich (also die konkrete CD und nicht der darauf gespeicherte Song). Von der Erschöpfung erfasst ist auch nur die Weiterveräußerung (bzw. Eigentumsübertragung) des Werkexemplars. D.h. der Käufer einer CD ist nicht befugt, die CD im Radio zu senden, öffentlich aufzuführen oder in einem Filesharing-Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Dabei macht es grundsätzlich auch keinen Unterschied, ob dies gratis oder gegen Entgelt geschieht. Diese Rechte verbleiben bei den Rechteinhabern und müssen vor einer derartigen Nutzung von diesen eingeholt werden. Handelt es sich hingegen um eine CD, die nicht mit Zustimmung der Berechtigten (Urheber, Interpreten, Tonträgerproduzenten) in Verkehr gebracht wurde (z.B. Raubkopie), ist das Verbreitungsrecht daran noch nicht erloschen (erschöpft) und die Berechtigten können eine weitere Verbreitung untersagen.

Darf ich eine Privatkopie machen?
Eine Kopie ist zulässig, wenn sie zum persönlichen (nicht kommerziellen) privaten Gebrauch angefertigt wird. Dieser Gebrauch schließt auch Haushaltsmitglieder ein. Kopien zum Zweck des Verkaufs an Dritte sind unzulässig. Verboten sind nach gängiger Rechtsprechung und herrschender Lehrmeinung auch Kopien aus illegalen Quellen (z.B. Raubkopien, illegal in Filesharing-Netzwerken angebotene Musikfiles).

Darf ich Musikstücke von gekauften CDs als MP3-Datei am eigenen PC anlegen?
Es spielt grundsätzlich keine Rolle, auf welches Medium man seine Kopie zum eigenen Gebrauch aufzeichnen möchte. Nicht zulässig ist es allerdings, andere Personen auf diese MP3-Dateien, etwa über Tauschbörsen, zugreifen zu lassen.

Darf ich legal erworbene Musikstücke in diversen Filesharing-Diensten zum Download freigeben?
Nein. Songs von anderen dürfen ohne deren Einverständnis keinesfalls freigegeben werden, auch wenn diese auf CD gekauft oder für den persönlichen, privaten Gebrauch kopiert wurden. Es würde das Online-Recht verletzen, das beim Kauf einer CD nicht miterworben wird. Privatkopien dürfen generell nicht dazu verwendet werden, ein Werk damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was mit der Freigabe im Internet jedenfalls erreicht wird.

Darf ich legal erworbene Filme in diversen Filesharing-Diensten zum Download freigeben?
Nein. Es gilt wie oben: Filme von anderen dürfen ohne deren Einverständnis keinesfalls
freigegeben werden, auch wenn diese auf Video oder DVD gekauft oder für den persönlichen, privaten Gebrauch kopiert wurden. Es würde das Zurverfügungstellungsrecht verletzen, das beim Kauf einer DVD nicht miterworben wird. Privatkopien dürfen generell nicht dazu verwendet werden, ein Werk damit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, was mit der Freigabe im Internet jedenfalls erreicht wird.

Darf ich einen Kopierschutz umgehen?
Ist eine CD, DVD oder Datei durch einen Kopierschutz gesichert, darf dieser nicht umgangen werden.

Welchem Schutz unterliegen Computerprogramme?
Computerprogramme sind, wenn sie das Ergebnis der eigenen geistigen Schöpfung
ihres Urhebers sind, als Werke der Literatur urheberrechtlich geschützt. Neben dem urheberrechtlichen Schutz kann das Werk auch noch nach anderen Kategorien, z.B. als „Gebrauchsmuster“ oder patentrechtlich geschützt sein. Das Urheberrechtsgesetz enthält eine Reihe von eigenen Bestimmungen nur für Computerprogramme. Beispielsweise gilt für Computerprogramme die Ausnahmeregelung der Vervielfältigung zum privaten Gebrauch nicht. (Anders hingegen bei Musik: Dort darf sehr wohl eine Privatkopie erstellt werden.) Sicherungskopien dürfen aber angefertigt werden.

Wie sind „Logos“ geschützt?
Logos können doppelt geschützt sein: durch das Urheberrecht – als Werk der bildenden
Kunst bei ausreichender Individualität und Originalität – und das Markenrecht – als (Wort-) Bildmarke. Während das Urheberrecht Werke schützt, geht es im Markenschutzgesetz um den Schutz grafisch darstellbarer Zeichen, soweit diese ausreichende Unterscheidungskraft haben. Der Urheberrechtsschutz entsteht automatisch durch die Schöpfung des Werks, das Markenrecht wird erst durch die Eintragung der Marke ins Markenregister erworben. Auch die Schutzdauer ist verschieden: das Urheberrecht beginnt mit der Schaffung des Werkes und endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das Markenrecht dagegen entsteht mit der Eintragung ins Markenregister und endet zehn Jahre nach der Registrierung, die aber beliebig oft um jeweils zehn Jahre verlängert werden kann.

Welche Rechte sind bei Fotos zu beachten?
Fotos sind als „Lichtbildwerke“ durch das Urheberrecht geschützt. Außerdem unterliegen
Fotos dem „Schutzrecht des Lichtbildherstellers“. Während das Urheberrecht dem Fotografen zusteht (der allerdings jedem Dritten Werknutzungsrechte einräumen kann),
entsteht das Schutzrecht des Lichtbildherstellers bei Fotos, für die ein Fotograf beauftragt und bezahlt wurde, beim Inhaber des Fotostudios. Vom urheber- und leistungsschutzrechtlichen Schutz von Fotos ist das Recht des am Foto Abgebildeten zu unterscheiden. Dabei handelt es sich um ein Persönlichkeitsrecht, das vom Urheberrecht
unabhängig ist.

Sind Datenbanken urheberrechtlich geschützt?
Im Urheberrecht versteht man unter einer Datenbank eine Sammlung von Werken,
Daten oder anderen Elementen, die systematisch oder methodisch angeordnet und einzeln zugänglich sind. Viele der im Informationszeitalter mit großem Aufwand hergestellten Datenbanken (z.B. elektronische Telefonbücher) sind geschützt. Seit einigen Jahren gibt es ein eigenes Schutzrecht für denjenigen, der wesentlich in eine Datenbank investiert hat. Während die Schutzfrist bei anderen Schutzrechten in der Regel 50 Jahre beträgt, läuft die Frist für das Schutzrecht des Datenbankherstellers nur 15 Jahre ab Abschluss der Herstellung der Datenbank (bzw. ab der Veröffentlichung, wenn die Datenbank vor dem Ablauf dieser Frist veröffentlicht wird). Durch weitere Investitionen (z.B. Aufrüstung etc.) kann der Schutz verlängert werden.

Sind auch Webseiten und ganze Websites urheberrechtlich geschützt?
Nicht nur die auf einzelnen Webseiten enthaltenen Inhalte, wie etwa Texte, Bilder oder Töne, sind unter den allgemeinen Voraussetzungen („eigentümliche geistige Schöpfung“) urheberrechtlich geschützt. Auch das Layout einer Web-Seite insgesamt kann als Werk der Gebrauchsgrafik – und damit als Werk der bildenden Kunst – urheberrechtlichen Schutz genießen. Die Frage des Schutzes hängt von der konkreten Gestaltung einer Webseite ab. Webseiten, die sich in einer rein handwerklichen, routinemäßigen Leistung erschöpfen, bleiben mangels Individualität und Originalität ohne Schutz. Websites können unter bestimmten Voraussetzungen auch als Datenbankwerke geschützt sein.

Ist das „Ins-Internet-Stellen“ von geschütztem Material ein Eingriff in die Rechte der an diesem Material Berechtigten?
Ja. Das gilt allgemein und auch für den Unterricht (z. B. Übersetzungen). Ein Verbot des Bearbeitens fremder Werke – worunter etwa die Änderung oder Übersetzung fallen – wäre auch wenig sinnvoll, denn es könnte nicht oder kaum kontrolliert werden. Beabsichtigt aber der Bearbeiter seine Bearbeitung zu verwerten (z.B. Herausgabe einer Übersetzung in Buchform, Veröffentlichung von Liedern mit neuen Texten), dann muss der Bearbeiter vom
Urheber des Originalwerkes das erforderliche Bearbeitungsrecht einholen.

Was ist beim Zitieren zu beachten?
Vor allem muss ein Zitat als solches erkennbar sein, denn nur, wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, handelt es sich überhaupt um ein Zitat, andernfalls um ein unzulässiges Plagiat. Zitate bedürfen grundsätzlich einer Quellenangabe. Diese hat zumindest aus dem Titel und der Urheberbezeichnung des benutzten Werkes, u. U. auch aus der genauen Fundstelle zu bestehen. Die größte praktische Bedeutung hat das Literaturzitat: Erlaubt sind das Anführen einzelner Stellen eines veröffentlichten Sprachwerks (kleines Zitat) sowie das Aufnehmen bestimmter erschienener Werke der Literatur in einem durch den Zweck gerechtfertigten Umfang in ein anderes wissenschaftliches Werk (großes Zitat).

Darf man ein fremdes Werk bearbeiten, wie etwa ändern oder übersetzen?
Ja. Das gilt allgemein und auch für den Unterricht (z.B. Übersetzungen). Ein Verbot des Bearbeitens fremder Werke – worunter etwa die Änderung oder Übersetzung fallen –
wäre auch wenig sinnvoll, denn es könnte nicht oder kaum kontrolliert werden. Beabsichtigt aber der Bearbeiter seine Bearbeitung zu veröffentlichen (z.B. Herausgabe einer Übersetzung in Buchform, Veröffentlichung von Liedern mit neuen Texten), dann muss der Bearbeiter vom Urheber des Originalwerkes das erforderliche Bearbeitungsrecht einholen.

Was ist das Recht am eigenen Bild?
Das Recht am eigenen Bild ist, wie etwa auch das Namensrecht, ein Persönlichkeitsrecht. Es besteht darin, dass Personenbildnisse nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen, wenn dadurch berechtigte Interessen des Abgebildeten (oder u. U. eines nahen Angehörigen) verletzt würden. Um die Zulässigkeit einer Bildnisveröffentlichung beurteilen zu können, ist zu fragen, ob bei objektiver Prüfung schutzwürdige Interessen des Abgebildeten bestehen. Dabei sind aber nicht nur das Bild selbst, sondern auch Bildunterschriften, Begleittexte und der Gesamtzusammenhang zu berücksichtigen. Bei einer ungenehmigten Verwendung von Personenbildnissen für Werbezwecke ist regelmäßig von einer Verletzung von Interessen des Abgebildeten auszugehen.

Was ist bei fremden E-Mails zu beachten?
Erstens ist zu beachten, dass auch E-Mails urheberrechtlich geschützt sein können und
nur innerhalb der Grenzen des Urheberrechts genutzt werden dürfen. Eine urheberrechtlich
geschützte E-Mail an eine Mailing-Liste weiterzuleiten, bedarf in der Regel der Einwilligung aller an dieser E-Mail Berechtigten. Weiters gibt es eine Bestimmung betreffend Briefschutz: Nach dieser Bestimmung dürfen Briefe, Tagebücher und andere vertrauliche Aufzeichnungen weder öffentlich vorgelesen noch auf eine andere Art verbreitet werden, wenn dadurch berechtigte Interessen des Verfassers oder des Adressaten (oder unter Umständen auch eines nahen Angehörigen) verletzt würden. Je nach Inhalt fallen E-Mails auch unter diese Bestimmung. Darüber hinaus unterliegen E-Mails auch dem Datenschutz.

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